Einladung zum 5. Regionaltreffen für Mitglieder der Krebs-Selbsthilfegruppen der Region und Interessierte

‚Leben mit Krebs – was kann mir helfen?’
eine Vortragsveranstaltung mit der Psychoonkologin Sandra Spreen.

Am 24. April 2012 laden die KISS Stellen des Ennepe-Ruhr Kreises, Witten, Wetter, Herdecke und Hattingen, Sprockhövel in Kooperation mit der Krebsberatungsstelle der Diakonie Mark-Ruhr zum 5. Regionaltreffen für Mitglieder aus Krebsselbsthilfegruppen und Interessierte der Region ein.
Die Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr mit der Gelegenheit für Krebsselbsthilfen sich mit Flyern und Informationen über ihre Gruppenarbeit im Vorraum des großen Saales des Wichernhauses, Martin-Luther-Straße 9-11 in Hagen zu präsentieren.
Ab 18.00 Uhr wird die niedergelassene Psychotherapeutin und Psychoonkologin, Sandra Spreen aus Bergisch Gladbach zu dem Thema referieren: Leben mit Krebs – Was kann mir helfen?

Eine Krebserkrankung kann eine einschneidende Krisenerfahrung im Leben darstellen, bei der Betroffene sich psychologische Unterstützung und Begleitung in den verschiedenen Erkrankungsphasen  wünschen. Im  Rahmen der Diagnose und Behandlungen können Betroffene unter Niedergeschlagenheit, Ängsten oder Stimmungsschwankungen leiden. Welche Möglichkeiten gibt es aus psychologischer Sicht, aktiv an der Krankheits-bewältigung zu arbeiten, sich der veränderten Lebenssituation anzupassen und neue Perspektiven zu entwickeln? Wie können Sie sich hilfreich verhalten, wenn jemand in ihrem Umfeld an Krebs erkrankt ist?
Nach dem Vortrag besteht die Gelegenheit, Fragen an Frau Spreen zu richten und mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Sind Sie interessiert? Bitte melden Sie Ihre Teilnahme unter der Rufnummer der Krebsberatungsstelle der Diakonie Mark-Ruhr: Tel: 02331 / 30 64 621 an.

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Dessous-Modenschau für krebserkrankte Frauen

Sich sicher fühlen durch gute Versorgung

Am 22. Februar 2012 ab 17.00 Uhr findet im Diakonischen Werk, Martin-Luther Straße 9-11, 58095 Hagen erneut eine Modenschau für krebserkrankte Frauen statt. –

Laut Report 2009 des Epidemiologischen Krebsregisters NRW erkranken etwa 16.000 Frauen jährlich neu an Brustkrebs in Nordrhein Westfalen.

Auch wenn  heute schon sehr häufig brusterhaltend operiert werden kann und unter ästhetischen Gesichtspunkten gute bis sehr gute Operationsergebnisse erzielt werden können, fürchtet die betroffene Frau trotzdem oftmals die körperlichen Auswirkungen eines solchen operativen Eingriffs.-

Umso wichtiger ist eine gute Aufklärung und Information der Betroffenen bei Bedarf über Versorgungsmöglichkeiten.

Bereits kurz nach der Operation in einem Brustzentrum sollte betroffenen Frauen eine speziell geschulte Pflegeexpertin für Brusterkrankungen (breast care nurse) zur Verfügung stehen, die berät und sensibel auf empfundene Körperbildveränderungen reagieren kann. Gemeinsam mit  dafür ausgebildeten Sanitätsfachangestellten können dann brustprothetische Versorgungsmöglichkeiten schon im Krankenhaus angedacht und auch umgesetzt werden.

Die Selbsthilfe Frauen nach Krebs möchte betroffene Frauen ermutigen, gerade bei einer eventuellen brustprothetischen Versorgung auf ihr Körpergefühl und ihr empfundenes Körperbild zu achten und sich solange zu informieren und beraten zu lassen bis ein für sie zufriedenstellendes Ergebnis erreicht werden konnte. Auch in diesem Bereich kann es manchmal helfen, eine „zweite Expertenmeinung“ einzuholen!

Es hilft, die eigene Wahrnehmung besonders auf das Körperempfinden zu lenken und zu fragen:

  • Was stört mich in meinem Körpergefühl?
  • In welchen Situationen fühle ich mich unsicher und unwohl?

Es gibt heute schon viele gute Versorgungmöglichkeiten und absolut modische top aktuelle Dessous, die nicht nur gut aussehen, sondern auch einen hohen funktionalen Wert haben und damit einer Fehlhaltung vorbeugen können.

Zweimal jährlich (Frühjahr/Sommer, Herbst/Winter) organisieren die Selbsthilfeleiterinnen eine Modenschau nicht nur für brustkrebsbetroffene Frauen, in der Dessous und Bademoden nach neustem Chic vorgeführt und auch der funktionale Wert erläutert wird.

“Ein gutes Körpergefühl ist für ein sicheres selbstbewusstes Auftreten unabdingbar. Ist dies erreicht, kehrt damit ein Stück Normalität wieder in unseren Lebensalltag  zurück“, resümiert eine Teilnehmerin.

Auf Grund begrenzter Teilnehmerzahl wird um Anmeldung gebeten über die Krebsberatungsstelle: 02331/ 30 64 621

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Neue Termine der Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe für 2012

Foto: Hannah Scharlau

Liebe Freunde der Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe,

wir haben für das Jahr 2012 neue Themen bekanntzugeben. Diese findet Ihr auf der Seite Prostatakrebs.

Vielleicht ist für Euch auch in diesem Jahr ein Thema dabei, welches Euch besonders interessiert.

Ich freue mich auf Euch und wünsche viel Gesundheit für das Jahr 2012.

Gustav

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Besuch der Reha-Klinik Bad Oexen

Am 11. Oktober fand die schon traditionelle Fahrt der Prostatakrebs-
Selbsthilfegruppe zu einem Therapieseminar statt. Ziel war diesmal die renommierte Reha-Klinik Bad Oexen, einem Ortsteil des bekannten Kurortes Bad Oeynhausen.

Zur Einstimmung unseres Besuches hörten wir einen fesselnden und gleichzeitig einfühlsamen Vortrag des Kurseelsorgers Pfarrer Uwe Rosner. Der Titel lautete:             “Die Seele ernst nehmen – Seelsorge in der Rehabilitation”.

Hieran reihte sich der Besuch einiger urologischer Fachabteilungen des
Hauses. Ziel der Klinik ist es, Onkologiepatienten die Rehabilitation zu erleichtern,
sich mit der Krankheit Prostatakrebs auseinanderzusetzen und trotz allem
gut mit den teilweise gravierenden Folgen der Erkrankung zu leben.

Nachmittags folgte dann ein Besuch in Bad Oeynhausen. Hier lernte unsere
Selbsthilfegruppe bei einer organisierten Stadtführung die Anfänge und
teilweise originellen Bemühungen der Wiederherstellung der Gesundheit
bis zu heutigen, modernen Rehabilitationsmaßnahmen kennen.

Alles in allem ein lehrreicher Tag, der den Teilnehmern sicherlich hilft, ihre
Krankheit, vor allem seelisch, besser zu bewältigen.

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Bericht über das Leben mit einer Tumorerkrankung des Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereiches

„Die Anderen wissen nicht, mit uns umzugehen“

Sie spülen ihren Mund mit Olivenöl aus, bestellen zum Essen im Restaurant ein Bier und ein Glas Milch und essen Kartoffeln nur mit Joghurt. Nicht, weil sie exotische Essgewohnheiten haben, sondern weil sie krank sind. Manfred, Wolfgang und Ursula haben Krebs. Ursula fehlt die halbe Zunge, Wolfgang hatte einen Tumor auf der Mandelschleimhaut, Manfred ein Zungengrund-karzinom.

Die drei sind Mitglieder der Selbsthilfegruppe für Menschen mit Tumoren des Hals-, Mund-, Kiefer -, Gesichtsbereich Ennepe-Ruhr/Hagen. Eine der wenigen Selbsthilfegruppen in Nordrhein-Westfalen. Ins Leben gerufen von der KISS, der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe EN-Süd und der Krebsberatungsstelle des Diakonischen Werkes Ennepe-Ruhr/Hagen. Alle drei sind keine Kettenraucher oder Alkoholiker. Denn dieser Makel haftet ihnen an: Menschen mit einer Krebserkrankung im Hals-, Nasen-, Ohren und Kiefer- und Gesichtsbereich rauchen oder trinken.

Keine Raucher, keine Trinker

Die Menschen mit dieser Krebserkrankung gehen nicht in die Öffentlichkeit. Ziehen sich zurück, weil sie nicht mehr deutlich sprechen können, nur mühsam essen können – ihre Krebserkrankung im Restaurant, beim Metzger, im Freundeskreis nicht verstecken können.

„Es bleibt uns die Spucke weg. Oder es verschlägt uns die Sprache“. Wolfgang bringt es auf den Punkt. Er kann sprechen, wieder sprechen. „Durch intensives Training mit meiner Logopädin höre ich mich fast so an wie vor der Operation.“  Fast jeder hier trainiert mit einer Logopädin. „Wissen Sie wie das ist, wenn man erst wieder lernen muss zu schlucken. Etwas lernen muss, was ein Reflex war, selbstverständlich war?“

„Schlucken mühsam wieder lernen“

Der 75jährige muss dazu noch mit einer Tatsache klarkommen, die jeden hier betrifft: Er hat keinen Speichel mehr. Eine Nebenwirkung der Strahlentherapie. Nicht irgendeine, sondern die, die allen hier am meisten zu schaffen macht. Eine Nebenwirkung, durch die das Essen zur Qual werden kann, weil der Mund zu trocken ist. „Reis bleibt in der Mundhöhle kleben, Fleisch geht fast gar nicht und Kartoffeln eben nur mit Joghurt“, erzählt Manfred. Wolfgang hilft sich mit einem Glas Milch. „Schlückchenweise zum Essen als Speichelersatz. Dann rutscht alles besser.“  Erfahrungswerte – nicht von Ärzten mit auf den Weg gegeben, sondern selbst gemacht.

Waltraud lebt seit Tagen nur von flüssiger Astronautennahrung. Drei Tage war sie im Urlaub, an der Ostsee. Endlich einmal raus. Die Frau, die einen Tumor am Ohr hatte, kam mit der Hotelküche nicht klar. „Gäbe es die Astronautennahrung nicht, müsste ich oft hungern“.  Und dann holt Waltraud Lutschtabletten aus ihrer Handtasche. Die hat man ihr in den Reha empfohlen. Ein Mittel, das den Speichelfluss anregt. Ihr Hausarzt kannte das Mittel nicht. „Der kann sich gar nicht vorstellen, was es heißt, ohne Speichel leben zu müssen“.

Alle hier wollen wissen, wie die Tabletten heißen. Nur Ursula, die Frau, der die halbe Zunge fehlt, ist vorsichtig. Ursulas Mundhöhle ist immer entzündet:  „Saures, Süsses, Salziges geht gar nicht“. Was geht überhaupt? „Wenig“.

Ohne Speichel leben

Man muss sich konzentrieren, wenn man Ursula verstehen will. Auch hier hat eine Logopädin viel erreicht. Vor allem hat sie ihr die Scheu genommen, überhaupt zu sprechen – mit einer halben Zunge. Ihre Tochter hatte ihr, die ihren Lebensmut nach der Operation verloren hatte, gesagt: „Erschieß dich oder häng dich auf“. „Da habe ich angefangen zu kämpfen“, erzählt die 68jährige, deren größter Wunsch es wäre, „einmal richtig essen zu können“.

Und dann kann man das, was Wolfgang ganz zum Schluss erzählt, noch besser verstehen. Auch er musste nach seiner Operation – wie alle hier – lernen zu kauen, zu schlucken, das zu essen was ging. Und dann kam der Tag, als er Sahnetorte bestellen konnte. „Ein ganzes Stück süße, weiche Sahnetorte. Das war wie drei Geburtstage auf einmal.“

Autorin: Katja Brinkhoff, Journalistin 

 

Ergänzungen aus der Selbsthilfegruppe zur Frage der medizinischen Nachsorge:

Dank dem Fortschritt und den Möglichkeiten der Medizin vollbringen heute hochspezialisierte Mediziner u. a. z.B. durch Transplantationen – wahre Wunder der Operationstechnik, ohne die noch vor 10-20 Jahren vielen Betroffenen keine Hilfe geboten werden konnte.

Von solche Spezialisten sollte man aber verständlicherweise nicht auch noch eine breite Nachsorge Behandlung erwarten, also z. B. wie kommt der Patient nach der Operation mit den Bestrahlungsschäden, der Nahrungsaufnahme, der Sprache, dem Kräfteverlust u. ä. zurecht. Andererseits sind aber auch Allgemein-Mediziner mit diesem Spezialgebiet häufig überfordert. Hier bieten die Selbsthilfe–Gruppen eine wichtige Ergänzung – sprechen dort doch Menschen miteinander über Probleme, die sie aus eigenem Erleben kennen und tauschen ihre Versuche und Erfahrungen zur Linderung oder Abhilfe aus.

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